Freitag:

book Kritik am Strafsystem (20:30 – 22:00)
Lesung und Diskussion mit Thomas Galli (Direktor der JVA Zeithain bei Dresden / Autor des Buches „Die Schwere der Schuld“ )

Egal ob schuldig, oder nicht – geht es hinter Gitter, so beginnt ein Alltag, der mit einem normalen Leben nicht viel zu tun hat. Soziale Isolation und die konzentration krimineller Energien erschweren die Aufarbeitung der eigenen Taten. Die Motive, Umstände und Lebenssituationen der Täter*innen sind oftmals so unterschiedlich, dass man sie nicht mit einem einheitlichen Sanktionssystem behandeln sollte.
Seit über 15 Jahren ist Thomas Galli im Strafvollzug tätig und hat dabei Vieles erlebt. Einige dieser Erlebnisse hat er nun in ein Buch gebannt. Er erzählt Geschichten aus dem Gefängnisalltag und über einzelne Schicksale – spannend und erschütternd zugleich. Geschichten, die verdeutlichen, dass weder Straftäterinnen noch der Allgemeinheit durch Wegsperren geholfen ist.
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Samstag:

flash Zur politischen Lage in der Türkei (10:00 – 12:30)
Vortrag und Workshop mit Axel Gehring (Politikwissenschaft Uni Marburg)

Die Lage in der Türkei bleibt weiter angespannt. Nach dem Putsch-Versuch vom 15 Juli diesen Jahres hat die Exekutive rasch neue Inititaivmacht gewinnen können, die es ihr erlaubte echte und vermeidliche Gegner*innen im Staatsbetrieb ihrer Ämter zu entheben. Inhaftierungen und Folterungen folgten und an zahlreichen Übergriffen – nicht nur gegen Putschisten – beteiligten sich auch militante Anhänger*innen der AKP. Eine Allianz der „Nationalen Einheit“ wurde gebildet. Doch die Europäische Union reagiert kaum, er heißt dies läge am sogenannten EU-Türkei-Flüchtlingsdeal. In diesem Workshop wollen wir uns einen Überblick über die aktuelle politische Lage der Türkei machen.
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flash Rechte Kapitalismuskritik (10:00 – 12:30)
Vortrag und Workshop mit Benjamin Jung & Michael Barthel (Autoren des Buches „Völkischer Antikapitalismus“ )

Seit einigen Jahren treten Neonazis vermehrt durch das Aufgreifen der Sozialen Frage in die Öffentlichkeit. So wollen selbsternannte Autonome Nationalisten laut Eigenauskunft „Ausbeutung stoppen“ und „Kapitalismus zerschlagen“, während Abgeordnete der NPD sich als einzig authentische Vertreter des sprichwörtlichen „kleinen Mannes“ inszenieren. Hinter diesem Auftreten steckt jedoch keine bewusst intendierte Taktik der Täuschung. Die Erklärung für die Thematisierung der Sozialen Frage von rechts muss vielmehr im völkischen Selbstverständnis und der daraus abgeleiteten Völkischen Kapitalismuskritik gesucht werden.
In diesem Workshop wollen wir die ideologischen Ansätze vom rechten Antikapitalismus beleuchten. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die Neue Rechte (zB Identitäre Bewegung und NS-BlackBlock) gelegt.
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flash Neumitgliedertreffen (10:00 – 12:30) optional
mit Lissy und Johannes (linksjugend [´solid] Thüringen)

In den vergangenen Monaten sind eine Reihe neuer junger Menschen in die linksjugend [´solid] Thüringen eingetreten. Viele von ihnen hatten aber noch nicht viel Kontakt mit dem linken Jugendverband und kennen sich nur bedingt in seiner Struktur aus. Um dem ein bisschen entgegen zu wirken, bzw auch einen hilfreichen Einstieg in die linke Jugendverbandsarbeit zu geben, wollen wir besonders für die neuen Mitglieder ein Neumitgliedertreffen abhalten. Dabei soll aber nicht nur die Struktur des Landesverbandes eine Rolle spielen, sondern auch Erwartungen und Wünsche Berücksichtigung finden.
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flash Vision ohne Strahlkraft – Wohin steuert die Europäische Union? (13:30 – 16:00)
mit Ramona Hering (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

Die Idee eines vereinigten Europas ist schon sehr alt. Aber erst die Erfahrung von zwei Weltkriegen und die tiefe Sehnsucht nach Frieden machte die Einigung dringlich und möglich. Die Einigung war immer auch ein linkes Projekt, durchgesetzt hat sich aber mit der Montan-Union ein funktionalistischer Ansatz, der bis heute die Politik der EU entscheidend prägt.
Im Workshop wird die kurze Geschichte erörtert, da sie wichtig ist für das Verständnis der gegenwärtigen Situation. Es wird auch um die Entwicklung der Verträge gehen und um die Folgen des BREXIT sowie des Sommers der Migration. Gerade die Wahl in den USA bildet den Gipfel eines Rückwärtstrends, der auch in Europa mehr und mehr greift und viel damit zu tun hat, dass die Globalisierung und die damit verbundene (EU-) Politik soziale Rechte nicht umgesetzt, Frieden nicht gefördert und die mit der EU einst gegebenen Wohlstandsversprechen nicht gehalten hat. Auch darum wird es im Workshop gehen.
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flash Von Abwasser bis Antifa (13:30 – 16:00)
mit Dominik Banduhn

Linke Politik kann so Vieles sein. Viele fanden ihren Weg über Proteste gegen Nazis zur links-Alternativen Subkultur, doch bedeutet Links-sein merh, als sich gegen Rechtsextremismus zu engagieren.
In diesem Workshop wollen wir auf die unterschiedlichen Möglichkeiten für links-politisches Wirken erörtern. Dies kann bei Bewegungspolitischen Ereignissen wie zB Castor-Schottern, G8 Proteste oder Anti-Nazi-Demonstrationen bis hin zu kommunalpolitischen Umständen wie zB Wohnungspolitik, Mobilitätspolitik, .. etc alles sein. Selbst die Frage einer sozial- und umweltverträglichen Abwasser-Aufarbeitung kann eine linke Perspektive bekommen. Welche genau das sein kann, wird Gegenstand dieses Workshops sein.

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flash Linker Umgang mit Islam[ismus] (16:30 – 19:00)
mit Dr. Felix Riedel (Ethnologe, Dr. phil.)

Noch während des kalten Krieges begann sich der Djihadismus als dritter Block zu etablieren. Heute ist der Weltkrieg des Islamismus gegen Juden, Frauen, Andersdenkende die größte Herausforderung für die westlichen Demokratien. Das djihadistische Arsenal ist dabei längst über das des Terrors hinausgewachsen. Radikale Islamisten erobern, halten und verwalten immer mehr Territorium im Stil der sunnitischen und schiitischen Theokratien. Manipulation und Geschichtsfälschung bilden eine Pädagogik, die eine „djihadistischen Persönlichkeit“ als Ziel hat: Die Auslöschung von Sexualität und Lebenstrieben durch einen malignen Narzissmus, der durch ödipale Feindbilder zur ständigen Vernichtung kritischer Einflüsse angehalten ist. Kurioserweise offeriert Europa Islamisten ein größeres Rekrutierungspotential als viele mehrheitlich islamische Staaten.
Im Zentrum einer Analyse des Djihadismus steht daher sein dialektischer Widerpart, die Agonie und Äquidistanz aktueller bürgerlicher Ideologie im Westen, die den Islamischen Staat und andere djihadistischen Reservate erst möglich machte. Wo kein säkularistisches Gegenprojekt der Moderne sich auch als konsequentes etabliert, wo Philosophie den Augenblick ihrer Verwirklichung immer noch gründlicher versäumt, gedeihen historisch faschistische Rituale und Regressionen nicht in historischen Stadien, sondern hinter individualpsychologischen Reifungsschritten.
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flash Bedingungsloses Grundeinkommen (16:30 – 19:00)
mit Gabriele Schmidt (BAG bedingungsloses Grundeinkommen DIE LINKE.)

Besonders bei der gesellschaftlichen Linken ist die Forderung nach einem bedingungslosen Grundeinkommen schon länger auf der Agenda. Demnach sollen alle Bürger*innen, unabhängig seiner*ihrer wirtschaftlichen Lage, eine gesetzlich festgesetzte finanzielle Zuwendung vom Staat erhalten, um ein Existenzsicherung zu gewährlisten. Dennoch genießt die Forderung auch immer wieder Kritik. In diesem Workshop sollen verschiedene Modelle für ein BGE vorgestellt und diskutiert werden. Doch in wie weit tragen solche Transferzahlungen zum Erhalten der kapitalistischen Verhältnisse bei und dienen der sozialen Beruhigung?
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moon Nachtralley (21:30 – ??:??)
Zwar findet das Bildungsweekend erst zum zweiten Mal statt, aber so hat die Nachtralley schon ambivalenten Ruhm in der linksjugend [´solid] erfahren. Abseits des eigentlichen inhaltlichen Programms vom Bildungsweekend wollen wir uns auch einander besser kennenlernen und gemeinsam miteinander etwas erleben. Mit Blick zurück auf 2015 lässt sich vorstellen, welches Ausmaß die Nachtralley in diesem Jahr haben wird. Mehr wird aber nun nicht verraten!
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Sonntag:

flash Crystal, Pfeffi, Recht auf Rausch? (10:00 – 13:00)
Vortrag und Workshop mit Carsten Labudda (Autor des Buches „Zwischen Psychonautik und Junkietum“)

Drogenpolitik ist immer wieder ein Feld kontroverser Auseinandersetzungen. Auf der einen Seite gibt es die Verteidiger des Status Quo. Auf der anderen Seite werden Veränderungen eingefordert. Was kann und was sollte Drogenpolitik leisten? Wie weit reicht die Freiheit der Individuen? Wo sollten Staat oder Gesellschaft intervenieren? Und welche Drogenpolitik ist eigentlich links?
In diesem Workshop sollen Konzepte von Drogenpolitik vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden.